Ein gesundes Hundeleben

Fürsorge von Anfang an:

Alles rund um den Welpen

Wenn ein Welpe in Haus kommt, haben Sie sich sicherlich bereits vorab gut informiert. Hier noch einige Hinweise aus unserer tierärztlichen Sicht. Hunde-Erziehung beginnt sofort.

Bei den meisten Welpen gibt es eine sensible Phase, in der Sie Ihren Welpen positiv mit allen Anforderungen des alltäglichen Lebens konfrontieren und hier leicht positive Prägungen herbeiführen können. Diese Phase geht im Allgemeinen bis zur 16. Lebenswoche des Welpens. Wenn Sie Ihren Welpen erst mit zwölf Wochen bekommen, haben Sie nur noch vier Wochen dafür Zeit.

Beginnen Sie auch unmittelbar mit dem „Stubenrein“ werden. Gehen Sie konsequent nach der Uhr mit Ihrem Neuankömmling raus und loben Sie das erfolgreiche Geschäft. Die Sprache der Welpen ist dezent – oft ist es nur ein Blick, der Ihnen bedeuten soll, dass es eilt.

Suchen Sie sich auch eine gute Hundeschule. Diese erkennen Sie daran, dass der Trainer oder die Trainerin mit allen Welpen arbeitet und auch Streitereien schlichtet. In Ihrer Gruppe sollten verschiedenen Rassen und daher auch Größenunterschiede vorhanden sein.

Der erste Tierarztbesuch

Die ersten Kontakte beim Tierarzt sind oft prägend. Daher empfiehlt es sich nach einer Eingewöhnungszeit bei Ihnen daheim, den ersten Tierarztbesuch ohne Untersuchung oder Behandlung zu absolvieren.

Schauen Sie einfach mal bei uns mit Ihrem Welpen vorbei, setzen Sie sich in’s Wartezimmer und holen sich Leckerlies und viele Streicheleinheiten für Ihren Welpen ab. Auch im weiteren Hundeleben dürfen Sie uns so gerne einen Besuch abstatten!

Erster Tierarztbesuch München

Altersvorsorge

Nicht nur den Welpen und jungen Hunden, sondern insbesondere den Senioren gilt unser besonderes Augenmerk.

Impfung

Welpen werden im Alter nach einem bestimmten Impfschema geimpft.

Danach verlängern sich die Impfintervalle je nach Herstellerangaben: – Tollwut (T), Staupe (S), Hepatitis (H), Parvovirose (P ) nach 3 Jahren wiederholen  – Leptospirose (L4), Zwingerhusten (Pi) jährlich wiederholen.

Bei hohem Infektionsdruck durch Parvovirose werden in manchen Zwingern die Welpen bereits in der 6. Woche allen gegen Parovirose geimpft.

8. Lebenswoche

  • Staupe (S) 
  • Hepatitis (H)
  • Parvovirose (P)
  • Tollwut (T) 
  • Leptospirose (L4) 
  • Zwingerhusten (Pi)

12. Lebenswoche

  • Staupe (S)
  • Hepatitis (H)
  • Parvovirose (P)
  • Tollwut (T)
  • Leptospirose (L4)
  • Zwingerhusten (Pi)

16. Lebenswoche

  • Staupe (S)
  • Hepatitis (H)
  • Parvovirose (P)
  • Tollwut (T)
  • Leptospirose (L4)
  • Zwingerhusten (Pi)

1 Jahr später

  • Staupe (S) – nächste Wiederholung in 3 Jahren
  • Hepatitis (H) – nächste Wiederholung in 3 Jahren
  • Parvovirose (P) -nächste Wiederholung in 3 Jahren
  • Tollwut (T) – nächste Wiederholung in 3 Jahren
  • Leptospirose (L4) – nächste Wiederholung in 1 Jahr
  • Zwingerhusten (Pi) – nächste Wiederholung in 1 Jahr

Borrelliose und Leishmaniose

Die Impfungen gegen Borrelliose und Leishmaniose empfehle ich nicht bzw. nur in Ausnahmefällen. Der Grund ist relativ einfach. Borreliose ist eine mehr als umstrittene Erkrankung bei den Hunden. Viele Hunde haben nachweisbare Antikörper im Blut – sind oder waren nie krank. Der Nachweis von Antikörpern weist hier eine Infektion nach, ob aber daraus zwingend einen Erkrankung resultieren muss, ist umstritten.

Die verfügbaren Borrelioseimpfungen sind ebenfalls umstritten in Ihrer Wirksamkeit gegen alle Borrellienarten. Sie sind in allen Fällen unwirksam gegen Anaplasmose. Diese Parasiten sind meist zusammen in einer Zecke vorhanden, allerdings ist Anaplasmose sicher krankheiterregend.

Leishmaniose ist eine schwerwiegende Erkrankung in den südlichen Mittelmeeranrainerländern. Sie kommt nicht regelmäßig bei uns vor, da die notwendigen Mücken (Sandfliegen) bei uns (noch) nicht vorkommen.

Sinnvoll ist diese Leishmanioseimpfung in meinen Augen nur für Hunde in diesen Ländern.

Für die Borreliose und Anaplasmose gibt es eine gute Zeckenprophylaxe. Verwenden Sie ein Anti-Zecken-Medikament, welches verhindert, dass sich die Zecke festbeißt und nicht die Zecken nach dem Biss tötet. Diese Spot-on-Präparate sind sehr sicher in der Anwendung und verhindern auch, dass die Hunde von den Sandfliegen belästigt werden. Keinesfalls sollten Sie Präparate für Hunde bei Katzen anwenden, da dies tödlich enden kann!

„Mein Hund ist als Hund eine Katastrophe,
aber als Mensch unersetzlich.“

(Johannes Rau (geb. 1931), deutscher Bundespräsident 1999 – 2004)

Entwurmungen

Da unsere Hunde in den meisten Fällen mit der Nase „am Boden“ leben und alles Mögliche zu sich nehmen, können wir nicht sicher eine Infektion mit Parasiten ausschließen. Es empfiehlt sich daher, die Entwurmung in regelmäßigen Abständen (ca. drei Monate) durchzuführen. Bitte beachten Sie, dass die Entwurmungsmedikamente ein breites Wirkspektrum gegen möglichst alle relevanten Würmer aufweisen müssen. Diese sind daher verschreibungspflichtig und nur beim Tierarzt erhältlich. Die Entwurmung, die Sie in der Apotheke ohne Rezept bekommen, deckt nur ein schmales Spektrum ab.

KOTUNTERSUCHUNG ALS ALTERNATIVE ZUR ENTWURMUNG?

Kotuntersuchungen sind relativ unsensitiv, wenn es um den Nachweis der Parasitenfreiheit geht. Das heißt, dass es viele Kotproben gibt, die keinen Hinweis auf Parasiten ergeben, obwohl Ihr Hund Parasiten hat (falsch negative Ergebnisse). Woran liegt es? Würmer, deren Eier und andere Parasiten werden nicht gleichmäßig und regelmäßig mit dem Kot ausgeschieden (ungleichmäßige zeitliche und örtliche Verteilung)

Sodann bringen Sie als Besitzer davon nur einen Teil zur Untersuchung mit und auch wir verwenden davon nur eine kleine Menge für die Untersuchung (Verdünnungseffekt). Beides zusammen sorgt dafür, dass nur der positive Befund (Würmer und Parasiten wurden nachgewiesen) beweisend ist.

Ein negativer Befund schließt den Befall mit Parasiten leider nicht aus.

Kotuntersuchungen sind dennoch sinnvoll, wenn es um die Beurteilung der Bakterienflora, der Kotzusammensetzung und der Kontrolle einer Therapie geht. Wenn Sie uns Kotproben zur Untersuchung bringen, dann bitte möglichst ohne Sand und Steine, auch den schleimigen oder flüssigen Anteil und am besten von verschiedenen Portionen.

Durchfall ist nicht immer gleich. Es ist hilfreich, wenn wir etwas über die Kotkonsistenz über einen längeren Zeitraum und die Kotabsatzhäufigkeit erfahren.

Ernährung

Hundeernährung ist ein ganz spezielles Thema und sehr rasseabhängig. Als grobe Einteilung mag Ihnen helfen, dass die Hunde über 25 kg Endgewicht andere –wesentlich anspruchsvollere – Anforderungen haben als kleinwüchsige Rassen.

Sie haben ein Futter das Sie gerne füttern würden oder Ihnen empfohlen wurde? Kein Problem – wir rechnen Ihnen durch, ob dieses Futter für Ihren Welpen aus ernährungsphysiologischer Sicht geeignet ist, wenn wir die analytische Zusammensetzung kennen.

Kommen Sie gerne auf uns zu!

Hundesport

Welpen sind zum Leben geboren! Lassen Sie Ihren Hund durchaus nach Belieben spielen und verwenden Sie ihren gesunden Menschenverstand.

Wenn Ihr Welpe nicht mehr kann, wird er sich hinlegen und eine Pause machen – lassen Sie Ihn dann auch. Sicherlich wird er sich wieder motivieren lassen weiter zu machen, auch über seine Kräfte hinaus. Ein fürsorgliches Auge wir das jedoch verhindern.

Das Gleiche gilt für das Treppensteigen: Ein acht Wochen alter Schäferhundwelpe wird ganz entspannt die Treppen laufen können – während ein gleichaltriger Chihuahua sicherlich erhebliche Probleme dabei haben wird. Wenn Sie Ihren großwüchsigen Welpen nicht durch spezielle Sondersituationen überbelasten, stören Ihn die drei Stufen im Eingangsbereich oder die Treppen zur U-Bahn gar nicht.

Bedenken Sie eher, dass Sie das Treppenlaufen in den ersten Wochen positiv verbinden sollten, wenn Sie später nicht einen großen Hund haben wollen, der nicht zur U-Bahn laufen will.

Bei Notfällen ausserhalb der Sprechzeiten erreichen Sie uns unter:

0176 251 230 48

Kastration

 

Hundekastration München

Die Kastration der Hündin wird derzeit zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten empfohlen.

In Amerika wird die Kastration bei der Hündin z.T. weit vor der ersten Läufigkeit durchgeführt. In Europa meist noch danach, wobei hier eine Trendumkehr in den letzten Jahren stattgefunden hat. Wenn die Hündin kastriert werden soll, empfehlen wir die Operation aus medizinischen Gründen ca. 2 Monate nach der ersten Läufigkeit. Die Hunde haben von diesem späteren Zeitpunkt gesundheitliche und verhaltensmäßige Vorteile, die überwiegen. Bei der medikamentellen Läufigkeitsunterdrückung überwiegen in unseren Augen die Risiken (Mammatumore, Pyometra, Gebärmuttervereiterung), weshalb wir diese nicht empfehlen und auch nicht durchführen.

Beim Rüden besteht seit einigen Jahren die Möglichkeit der vorübergehenden Rüdenkastration mittels Implantation eines medikamententragenden Mikrochips. Diese Möglichkeit eignet sich sehr gut für einen vorübergehende Kastration und für einen Abschätzung, ob eine Kastration auch den von Ihnen gewünschten Erfolg bei Verhaltensproblemen erbringt.

Grundsätzlich ist eine Kastration gemäß Tierschutzgesetz § 6 erlaubt, u.a. nur, wenn eine medizinische Indikation vorliegt (Amputationsverbot). Gerne beraten wir Sie hier genauer in einem persönlichen Gespräch.

Mit dem Hund in den Urlaub

Wenn Sie mit Ihrem Hund in den Urlaub fahren wollen gibt es hier einige nützliche Tipps für Sie. Je nach Urlaubsland sind bestimmte Unterlagen erforderlich, jedoch mindestens:

  • blauer EU-Heimtierausweis
  • Mikrochip
  • gültige Tollwutimpfung

Nützliche Informationen für Ihr Urlaubsland finden Sie auch unter www.petsontour.de.

Sollten Sie für Ihr Urlaubsland bzw. die Rückreise eine sog. Tollwuttiterbestimmung benötigen, melden Sie sich bitte rechtzeitig, denn die Bestimmung erfordert einen Zeitraum von mindestens zehn Tagen. Für die Mittelmeeranrainerländer empfehlen wir auch einen spezielle Reiseprophylaxe, die vor den dort vorkommenden parasitären Krankheiten wie Babesiose, Ehrlichiose, Leishmaniose oder der Herzwurmerkrankung schützt.

Gesundheitscheck

Gerade „Senioren“ sollten sich einem jährlichen Gesundheitscheck unterziehen. Dazu gehört neben einer ausführlichen klinischen Untersuchung auch eine Blutuntersuchung. Denn wenn unsere Hunde älter werden, können sich viele Erkrankungen einschleichen, die anfangs unbemerkt verlaufen. 

Beispiele sind Diabetes mellitus, Niereninsuffizienz (CNI) oder auch die Schilddrüsenunterfunktion. Deshalb empfehlen wir die routinemäßige Kontrolle dieser relevanten Werte durch eine Blutuntersuchung ab dem 6. – 7. Lebensjahr.

Zähne und Zahngesundheit, Zahnsteinentfernung mit Ultraschall

Wir untersuchen beim Gesundheitscheck natürlich auch die Zähne. Dennoch sollten Sie bitte auch selbst versuchen, regelmäßig die Zähne Ihres Hundes zu kontrollieren. Viele Hunde, insbesondere die kleinen Rassen leiden unter z.T. erheblichen Zahnproblemen und Zahnsteinbildung. Wenn Sie mit Ihrem Hund das Zähneputzen trainieren, leisten sie einen guten Beitrag zur Zahngesundheit.

Hunde, die viel mit Steinen und/oder Tennisbällen spielen, nutzen sich die Zähne übermäßig ab, bis hin zur Eröffnung des Nervs. Am besten vermeiden Sie diese Art von Spielgegenständen.

Ein Hinweis auf eine Zahnerkrankung kann auch eine Schwellung der Wange sein, wenn z.B. der große Reißzahn im Oberkiefer entzündet ist und sich Eiter im Zahnwurzelbereich ansammelt.

In vielen Fällen sieht man den korrekten Status erst in einer Narkose. Bei einer Zahnsanierung reinigen wir alle Zähne in Narkose mit Ultraschall und entscheiden, welche Zähne gezogen werden müssen, polieren die Zähne und „versiegeln“ sie mit einem hochwertigen Fluorlack. Dieser desinfiziert die Zähne und kräftigt den Zahnschmelz wieder.

Eine schonende Operationstechnik bei Zahnextraktionen sichert eine schnelle Rekonvaleszenz. Wenn die langen Fangzähne gezogen werden müssen, muss das entstehende Loch zwingend mit einer guten Schleimhautverschiebeplastik verschlossen werden. Ansonsten entsteht eine Verbindung zwischen Nase und Mundhöhle, welche sich in chronisch eitrigem Nasenausfluss äußert Gezielte Röntgenaufnahmen zeigen die Gesundheit im Zahnwurzelbereich.

Spezielle Hundekrankheiten

Kreuzbandriss

TPLO oder TTA oder TTA rapid oder TightRope®?

Die häufigste orthopädische Verletzung beim Hund ist der Kreuzbandriss (CCR). Die Erkrankung ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. U.a. scheint der Zeitpunkt der Kastration bei der Hündin darauf einen Einfluss zu haben.

Die zugrunde liegende Bandschwäche führt zu einem langsamen Ermüden des Kreuzbandes und schließlich zum Riss. Das Knie wird instabil. Für die Tiere entstehen bei jedem Schritt eine Unsicherheit und ein „Instabilität“ im Knie. Deshalb lahmen die Tiere.

Für die Korrektur dieser Verletzung entstanden in den viele Operationsmethoden, wobei viele wieder verlassen wurden und nun im Wesentlichen zwei Gruppen entstanden sind.

Die TPLO (Tibia Plateau Leveling Osteotomie) und die TTA (Tuberositas Tibiae Anteversion) sind Operationsmethoden, die die Biomechanik des Knies in der Belastung verändern. So wird das Knie beim Auftreten weitestgehend stabil. Die TPLO passt die Anatomie der Biomechanik an und die TTA die Biomechanik der Anatomie. In beiden Fällen muss Knochen durchgesägt und mittels Implantaten in einer neuen Position wieder befestigt werden. Beide Operationen erfordern also relativ invasive Maßnahmen.
Das birgt auch gewisse Risiken in sich. Wenn die Implantate brechen oder eine Infektion auftritt, haben die Tiere nicht nur ein gerissenes Kreuzband, sondern auch noch einen Knochen, der durchtrennt wurde.

Die TightRope®-Operation geht einen anderen Weg:
Das Kreuzband wird durch ein Kevlarband ersetzt, das Belastungen bis ca. 250 kg aushält. Die Fixierung erfolgt über zwei Bohrkanäle im Knochen und zwei Titanplättchen, die sich über die Löcher legen. Die Operation ist durch die nicht notwendige Durchtrennung von Knochengewebe wesentlich weniger invasiv – stellt aber erhebliche Anforderungen an ein steriles Vorgehen während der Operation, da das Band eine sog. Dochtwirkung hat.
Durch die hohe Reißfestigkeit des Bandes erreichen wir eine ähnliche Stabilität wie bei der TPLO und der TTA. Die Hunde belasten daher genauso schnell wieder und schonen damit auch die 2. Seite.

Grundsätzlich muss man allerdings bedenken, dass ein Kreuzbandriss immer eine erhebliche Beeinträchtigung des Kniegelenkes ist. Ziel der Operation ist es das Fortschreiten der Arthrose zu verzögern. Eine Arthroseverhinderung ist mit keiner der Methoden möglich. Die Rekonvaleszenzeit beträgt mindestens ein halbes Jahr – wie bei jedem Fußballer im Übrigen auch

Eine ausreichende Schmerztherapie trägt ebenso wie der verantwortungsvolle und schonende Umgang durch den Besitzer mit seinem Hund in der postoperativen Phase zum Erfolg bei.

Hüftgelenksdysplasie (HD)

Die HD ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, die sich bei jüngeren Tieren als (Sub)Luxationen (unvollständige bzw. vollständige Ausrenkung) von Hüftkopf/Hüftpfanne bzw. bei älteren Tieren durch Arthrosen manifestiert. Sie ist eine Erkrankung, die v.a. bei größeren Hunderassen vorkommt.

HD ist eine Erberkrankung, die auch durch Umweltfaktoren wie Ernährung und Haltung beeinflusst werden kann.

Eine typische Patientengruppe sind Junghunde großer Hunderassen, die ca. zwischen dem 5. – 10. Lebensmonat akute Symptome wie Bewegungsunlust, ein- oder beidseitige Lahmheiten, Belastungsintoleranz oder Schwierigkeiten beim Aufstehen zeigen.

Ältere Hunde mit HD sind schmerzhaft durch die sekundär auftretenden arthrotischen Veränderungen und zeigen ein- oder beidseitige Lahmheiten (verstärkt nach Ruhe oder stärkerer Belastung), Schwierigkeiten beim Aufstehen, watschelnder Gang und eine eingefallende Muskulatur der Hüfte.

Die Diagnose ergibt sich aus einer Kombination von klinisch-orthopädischer Untersuchung und Röntgenaufnahmen der Hüften.

V.a. bei Junghunden ist eine gesicherte Diagnose nur durch Röntgenaufnahmen in einer kurzen Narkose möglich, da die Tiere in korrekten standardisierten Positionen gelagert werden müssen.

Da die Krankheit erblich ist, sollten Tiere mit HD von der Zucht ausgeschlossen werden.

Eine vollständige Heilung der HD ist nicht möglich. Die Therapie ist immer abhängig vom Alter des Patienten und Schweregrad der Erkrankung. Als konservative Maßnahme ist z.B. eine Fütterungsoptimierung wichtig, da bei Junghunden ein zu schnelles Wachstum mit suboptimalen Mineralverhältnissen die HD verschlimmern kann. Bei älteren Hunden ist Übergewicht eine große Belastung für eine arthrotische Hüfte. Physiotherapie mit Muskelaufbau, sowie Schmerzmittel in akuten Phasen sind ebenso als unterstützende Maßnahmen möglich.

Bei stark eingeschränkter Lebensqualität kommt man in manchen schweren Fällen um eine Operation, wie beispielsweise ein künstliches Hüftgelenk, nicht herum.

Ellbogengelenksdysplasie (ED)

Die ED ist eine Fehlentwicklung des Ellbogengelenks und eine häufige Ursache für Lahmheiten der Vordergliedmaße. Sie wird durch Erb- und Umweltfaktoren wie Ernährung beeinflusst. Betroffen sind v.a. Hunde von mittelgroßen bis großen Hunderassen.

Die ED kann in verschiedenen Formen an unterschiedlichen Lokalisationen des Ellbogengelenks einzeln oder in Kombination auftreten. Durch eine gestörte Verknöcherung von Gelenken, nicht aufeinanderpassenden Gelenksanteilen oder ungleichem/gestörtem Wachstum von gelenkbildenden Knochen können u.a. ein sog. Fragmentierter Processus coronoideus medialis (FPC), ein Isolierter Processus anconaeus (FPA) oder eine Osteochondrosis Trochlea Humeri (OCD) entstehen.

Junge, oftmals männliche, Tiere zeigen ein- oder einseitige Lahmheiten der Vordergliedmaße, verstärkt nach Belastung oder längerer Ruhe.

Der hochgradige Verdacht auf ED ergibt sich häufig schon aus klinisch-orthopädischer Untersuchung und Röntgenaufnahmen. Eine definitive Diagnose erfolgt durch Endoskopie des Ellbogengelenks und/oder weiterer bildgebender Diagnostik wie CT. Je nach beteiligten Strukturen ist oftmals eine zeitnahe Operation des betroffenen Gelenks wichtig, um sekundäre Veränderungen wie Gelenksarthrosen zu minimieren.

Magendrehung

Eine häufige Erkrankung, die lebensbedrohlich ist und vor allem bei großen Hunden auftritt ist. Dabei dreht sich der Magen um die eigene Achse, so dass Ein- und Ausgang verschlossen sind und die entstehenden Gase nicht mehr entweichen können.

Die resultierende Aufgasung des Magens führt zu den üblichen Symptomen wie Mattigkeit, Brechreiz ohne Erfolg und Aufblähung des Bauches.

Schnelles und konzentriertes Handeln ist hier notwendig. Bei uns werden die betroffenen Patienten zunächst mit zwei Infusionsleitungen versorgt und der Magen mit einer Nadelpunktion zunächst primär entlastet. Für die notwendige Operation verwenden wir eine sehr kreislaufschonende Narkose. Der Magen wird operativ zurückgedreht und an der Bauchwand fixiert. Die Tiere werden in der Narkose und in den folgenden 12 – 48 Stunden intensivmedizinisch überwacht und die evtl. auftretenden Herzrhythmusstörungen unter EKG‑Kontrolle behandelt.

Perinealhernie beim Rüden

Die Perinealhernie ist ein Bruch, bei dem bestimmte Muskeln das Becken im Dammbereich nicht mehr ausreichend abschließen und Organe/Gewebe wie Enddarm, Geschlechtsdrüsen, Blase oder Fett  zwischen den Muskelbäuchen unter die Haut treten können. Diese Erkrankung sieht man v.a. bei älteren unkastrierten Rüden.

Als Ursachen werden u.a. der Einfluss männlicher Hormone und alle Erkrankungen angesehen, die eine verstärktes „Pressen“ verursachen, wie Veränderungen der Prostata, Blasenentzündungen, Verstopfungen usw.

Auf einer oder beiden Seiten im Bereich zwischen Anus und Geschlechtsorganen treten Schwellungen auf. Durch Vorfall von Enddarm ist der Kotabsatz erschwert. Je nachdem welche Organe mit im Bruchsack sind, können Darm oder sogar Blase vollständig verlegt sein. Dies ist eine lebensbedrohliche Situation!

Durch Abtasten des Perinealbereichs kann die Diagnose Perinealhernie meist schon sicher gestellt werden. Zusätzlich sollte ein Ultraschall und ggf. ergänzend eine Röntgenbild gemacht werden, um zu schauen, welche Organe mit in dem Bruchsack liegen.

Langfristig hilft nur eine Operation des betroffenen Gebietes mit Rückverlagerung der Organe und Verschluss/Verstärkung der Beckenmuskulatur. In jedem Fall sollte die OP in Kombination mit einer Kastration erfolgen, um Rezidive zu vermeiden.

Othämatom

Ein Othämatom („Blutohr“) ist ein Bluterguss im Bereich der Ohrmuschel. Dabei sammelt sich Blut in Bereich der knorpligen Ohrmuschel zwischen Haut und Knorpel.

Eine häufige Ursache ist eine Entzündung im Bereich des Ohres (z.B. durch eine Allergie). Dabei können sich Hunde in diesem Bereich solange Schütteln und Kratzen, bis es zu Verletzungen von Gefäßen kommt. Auch eine Verletzung beim Spielen oder systemische Erkrankungen, die die Gefäßdurchlässigkeit oder Gerinnung beeinflussen, sind möglich.

Wenn eine Entzündung des Ohres vorausgeht, können Sie als Besitzer ein häufiges Kratzen oder Kopfschütteln beobachten. Plötzlich ist das Ohr geschwollen und hängt herunter. Wenn der Bluterguss frisch ist, ist die Schwellung weich. Erfolgt keine Therapie, wird der Erguss bindegewebig durchgebaut und das Ohr wird hart und sieht blumenkohlartig aus.

Da beim reinen Abziehen des Blutes zumeist ein Rezidiv erfolgt und das Ohr blumenkohlartig verändern kann, ist die Therapie der Wahl eine kurze Operation des betroffenen Ohres. Dabei wird die Haut an der Innenseite der Ohrmuschel eröffnet, das Blut ausgeräumt und die Haut von Innen- und Außenseite der Ohrmuschel über Nähte bzw. einen Schwamm großflächig komprimiert, damit das Blut nicht wieder nachlaufen kann. Nach ein paar Wochen werden Fäden und Schwamm wieder entfernt. Wichtig ist auch immer die gleichzeitige Behandlung der Grunderkrankung, wie z.B. eine Ohrentzündung.

Mammatumore

Mammatumore sind Tumoren des Gesäuges. Sie kommen v.a. bei der Hündin vor, Rüden sind nur selten davon betroffen. Gesäugetumoren können gutartig oder bösartig sein und gehen zumeist vom Drüsengewebe selber aus.

Das Drüsengewebe bzw. die Tumoren besitzen Rezeptoren für Geschlechtshormone. Daher kommen Mammatumoren häufiger bei unkastrierten bzw. später kastrierten Hündinnen vor. Auch medikamentelle Läufigkeitsunterdrückung hat einen Einfluss auf die Entstehung von Mammatumoren.

Je nach Bösartigkeit und Krankheitsstadium können die Tumore unterschiedliche Größen aufweisen, als einzelne Knoten oder multipel in mehreren Mammakomplexen auftreten oder schon in Lymphbahnen und dazugehörige Lymphknoten übergetreten sein. Manche Knoten können sich auch sekundär entzünden. Bei bösartigen Tumoren können Metastasen v.a. in der Lunge auftreten.

Rein vom Tastbefund lassen sich gutartige nicht von bösartigen Tumoren unterscheiden. Da ca. die Hälfte der Mammatumoren bösartig ist, ist die Entfernung des Knotens mit anschließender geweblicher Untersuchung empfohlen. Je nachdem, ob ein einzelne oder mehrere Tumoren vorhanden oder die Lymphknoten befallen sind, werden unterschiedliche Operationstechniken zur Entfernung eingesetzt, die bis hin zur vollständigen Entfernung einer oder beider Gesäugeleisten reichen können. Empfohlen wird dabei immer die gleichzeitige Kastration, um den Sexualhormoneinfluss auf das Gesäuge zu unterbinden. Vor jeder Operation sollte eine Untersuchung der Lunge und Bauchorgane durch Röntgen und Ultraschall auf Metastasen erfolgen, weil dies die Prognose erheblich beeinflusst.

Milztumor

Die Milz kann v.a. im fortgeschrittenen Hundealter von Knoten unterschiedlicher Art befallen sein. Dies kann von gutartigen Blutergüssen bis hin zu bösartigen Tumoren des Blutgefäßsystems reichen.

Die Symptome sind sehr variabel. Manchmal findet man solche Knoten als Zufallsbefund während einer Ultraschalluntersuchung. Andere Hunde zeigen evtl. über einen längeren Zeitraum unspezifische Symptome wie Mattheit, Bauchschmerzen, verminderter Appetit o.ä. Manche Hunde kollabieren plötzlich, können nicht mehr aufstehen, haben blasses Zahnfleisch und evtl. einen verdickten Bauch. Letzterer Fall kann eintreten, wenn Tumoren der Milz sich abrupt in den Bauchraum eröffnen und größere Mengen Blut in einem kurzem Zeitraum in den Bauch eintreten (Milzruptur).

Allein anhand von einer Ultraschalluntersuchung, lässt sich oftmals nicht unterscheiden, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Knoten handelt. In jedem Fall sollte eine Tumorscreening der anderen Bauchorgane, der Lunge und des Herzens erfolgen, um eine Metastasierung zu überprüfen.

Je nach Krankheitsstadium und Befunden kommt als Therapie eine vollständige Entfernung der Milz in Frage (Splenektomie).

Reisekrankheiten

Unter Reisekrankheiten versteht man Infektionserkrankungen, mit denen sich ein Hund im Ausland infizieren kann. Einige der u.g. Erkrankungen sind nicht mehr reine „Reisekrankheiten“, sondern mittlerweile leider auch in Deutschland übertragbar. Reisekrankheiten werden zumeist durch Ektoparasiten wie Zecken oder Sandmücken übertragen. Einige Krankheitserreger sind selbst durch intensive Therapie nicht vollständig therapierbar. Daher ist eine adäquate Ektoparasitenprophylaxe obligatorisch, v.a. bei Reisen in wärmere Klimazonen.

Babesiose

Babesien sind einzellige Erreger, die durch Zecken übertragen werden und die roten Blutkörperchen des erkrankten Tieres befallen. Verschiedene Spezies bzw. Subspezies der Babesien kommen fast weltweit vor und wirken unterschiedlich verheerend auf den Organismus des Wirtes. Durch die Verbreitung der sog. Auwaldzecke, können sich Hunde auch in Deutschland durch Zeckenbisse mit Babesiose infizieren.

Die Parasiten vermehren sich in den roten Blutkörperchen und das Immunsystem versucht die Parasiten zu bekämpfen. Dadurch werden diese aufgelöst (Hämolyse). Folge sind Blutarmut und Gerinnungsstörungen. Die Symptome blasse Schleimhäute, Schwäche, Gelbsucht, Vergrößerung von Leber und Milz. Letztlich kann es zu einem multiplen Organversagen kommen.

Die Diagnose erfolgt über eine Blutuntersuchung mit dem direkten Nachweis der Erreger.

Durch ein spezielle Medikamente kann die Babesiose behandelt werden, wobei bei bestimmten Spezies eine vollständige Erregerelimination nicht möglich. Je nach Krankheitsverlauf kann es sein, dass die Hunde zusätzlich mittels Infusion bzw. Bluttransfusion stabilisiert werden müssen.

Anaplasmose

Anaplasmen sind Bakterien, die ebenfalls durch verschiedene Zecken übertragen werden. Auch in Deutschland gibt es Gebiete, in denen Zecken die gefährlichen Bakterien in sich tragen und mit dem Speichel übertragen können. Sie vermehren sich dann in bestimmten Zellen des Blutes.

Anaplasmose verläuft in unterschiedlichen Stadien, wobei auch über einen langen Zeitraum keine Symptome offensichtlich sein können. In der akuten und der chronischen Phase kann es u.a. zu Apathie, Blutungen, Fieber, vergrößerten Lymphknoten und Augenveränderungen kommen.

Die Diagnose von Anaplasmen erfolgt über eine Blutuntersuchung.

Die Therapie erfolgt über spezifische Antibiotika.

Leishmaniose

Leishmanien sind Parasiten, die über Sandmücken übertragen werden. Früheren nur in wärmeren Gefilden wie dem Mittelmeerraum beheimatet, finden sich Sandmücken mittlerweile auch in verschiedenen Gebieten in Deutschland. Leishmanien können Hunde und Menschen befallen.

Nach einer Infektion mit Leishmanien können Hunde nach wenigen Monaten Symptome entwickeln. Manche Hunde erkranken erst nach Jahren oder nie. Leishmanien können innere Organe und die Haut befallen. Betroffene Tiere können sehr breitgefächerte Symptome wie Mattheit, Hautveränderungen, Fieber, Gewichtsverlust, Gelenksprobleme, Augenveränderungen, Blutungen usw. zeigen.

Bei Verdacht auf Leishmaniose kann über eine Blutuntersuchung getestet werden, ob der Patient schon einmal Kontakt mit Leishmanien hatte. In manchen Fällen ist die Untersuchung von weiteren Proben wie Knochenmark oder Lymphknoten nötig, um die Diagnose zu sichern.

Je nach Fall können verschiedene Präparate können alleine oder in Kombination zur Therapie von Leishmanien eingesetzt werden. Meist verbleibt der Parasit im Körper und es kann zu einem erneuten Krankheitsausbruch kommen.

Der Schutz vor übertragenden Stechmücken ist daher unverzichtbar!

Dirofilariose (Herzwurminfektion)

Dirofilarien (Dirofilaria immitis, „Herzwürmer“) sind Würmer, deren erwachsene Entwicklungsstadien sich v.a. in der rechten Herzkammer und der Lungenarterie ansiedeln. Sie werden durch verschiedene Stechmücken übertragen und kommen weltweit v.a. in wärmeren Klimazonen vor. Die Stechmücken sind sog. Zwischenwirte, in denen Teile der Entwicklung der Würmer stattfinden. Die Mücke überträgt beim Saugen die Wurmlarven auf den Hund. Dort entwickeln sich die Wurmlarven weiter, wandern durch den Körper, bis sie in der rechten Herzkammer und Lungenarterie zu erwachsenen Würmern (Makrofilarien) reifen. Weibliche Würmer wiederum setzen dort Wurmlarven (Mikrofilarien) frei, die in den Blutkreislauf gelangen und beim Saugen wieder von Stechmücken aufgenommen werden können.

Die Erkrankung kann symptomlos verlaufen, aber auch schwere Veränderungen an Herz, Lunge und Gefäßen verursachen. Die Hunde können Symptome wie Atemnot, Husten, Leistungsschwäche oder Ohnmachtsanfälle zeigen.

Die Diagnose erfolgt über eine Blutuntersuchung. Da der vollständige Entwicklungszyklus bis zu ca. acht Monate dauern kann, ist es möglich, dass Tests zu einem früheren Zeitpunkt nach einer Auslandsreise falsch negativ verlaufen. Ergänzend sollte ein Herzultraschall und ein Röntgenbild des Brustkorbes angefertigt werden, um einzuschätzen, wie hochgradig der Befall ist und welche Schäden die Herzwürmer bereits verursacht haben.

Die Therapie erfolgt in mehreren Stufen, in denen zunächst die Wurmlarven und Bakterien bekämpft werden, die von den Makrofilarien beherbergt werden. Dann erst werden die erwachsenen Herzwürmer therapiert. Wenn die Makrofilarien abgeschwemmt werden, kann es zu schweren Nebenwirkungen kommen.

Auch hier gilt, dass die Prophylaxe der beste Schutz ist. Falls Sie mit Ihrem Hund im südlichen Ausland Urlaub machen, können Sie ihn durch verschiedene Präparate vor den Stechmücken schützen. Meiden Sie Spaziergänge in der Dämmerung, in der die Mücken besonders aktiv sind. Nach der Rückkehr nach Deutschland sollten Präparate gegeben werden, die etwaige Mikrofilarien bekämpfen. Wir beraten Sie dahingehend gerne!!