Ein gesundes Kaninchen- & Meerschweinchenleben

Die ersten Tage zu Hause

Wenn Sie nun Ihre neuen Mitbewohner im Haus haben, geben Sie ihnen ein wenig Zeit um sich einzugewöhnen.

Steigern Sie den Kontakt langsam. Zunächst am besten das Ganze erstmal aus der Ferne beobachten. Wenn Sie das Gefühl haben Ihre neuen Mitbewohner gewöhnen sich langsam an die Umgebung, machen Sie Ihre Tiere mit Ihrem Geruch bzw. Ihrer Stimme vertraut. Fangen Sie evtl. an, sie mit leckerem frischem Futter zu locken und es sogar aus der Hand zu füttern.

Wenn das klappt, könne Sie versuchen vorsichtig Körperkontakt aufzunehmen und es zu streicheln. So eine Eingewöhnung kann einige Tage dauern. Gerade Meerschweinchen meiden meist körperlichen Kontakt und zeigen ihr Vertrauen dadurch, dass sie sich aus der Hand füttern lassen.

Tipps für die Kaninchen- bzw. Meerschweinchen-Haltung

Sowie bei jedem Haustier gibt es einige Punkte die zu bedenken sind, bevor man solch „junge Hüpfer“ in die Familie eingliedert. Z.B.:

  • Kaninchen und Meerschweinchen sind Gruppentiere, sie sollten niemals als Einzeltier gehalten werden. Auch sind Kaninchen und Meerschweinchen gegenseitig keine adäquate Gesellschaft. Bei Kaninchen ist meist die unproblematischste Haltung ein Weibchen mit einem kastrierten Rammler. Andere Kombinationen gestalten sich häufig als etwas schwieriger. Bei Meerschweinchen z.B. sind meist Weibchengruppen oder eine Weibchengruppe mit einem kastrierten Böckchen gut zu handhaben. Wir beraten Sie dahingehend gerne!
  • Sie brauchen Platz: Das setzt einen ausreichend großen Käfig voraus und die Tatsache, dass sie einen entsprechenden Auslauf in Wohnung, Haus oder Garten brauchen. Das kann natürlich auch mit entsprechenden Dreck- und Knabberschäden einhergehen.
  • Sie brauchen Zeit: Mehrmaliges Füttern und Kontrollieren am Tag, ob alles in Ordnung ist! Kaninchen und Meerschweinchen sind Fluchttiere, d.h., sie verbergen oft lange wenn es ihnen nicht gut geht. Falls sie dann Krankheitssymptome wie Fressunlust oder Mattheit zeigen, sollte man umgehend reagieren und sich an einen Tierarzt wenden. Auch die regelmäßige Reinigung des Käfigs ist wichtig, damit sich die Tiere wohl fühlen. Bei starken Verschmutzungen kann es gerade im Sommer zu einem schlimmen Madenbefall der Tiere kommen.
  • Kaninchen und insb. Meerschweinchen sind keine Kuscheltiere. Die einen lassen sich gut erziehen, sind auf ihre Menschen bezogen und lassen sich gerne streicheln. Es gibt aber natürlich auch Kandidaten, die sich äußerst ungern streicheln oder hochnehmen lassen, was sie auch mit entsprechender körperlicher Abwehr zeigen.

Bei Notfällen ausserhalb der Sprechzeiten erreichen Sie uns unter:

0176 251 230 48

Haltung und Fütterung

Das Gehege/Käfig sollte ausreichend groß und abwechslungsreich gestaltet sein. Im Internet lassen sich viele Hilfen, Tipps und Anregungen von tollen Heimtierhaltern holen, die regelrechte Kaninchen- bzw. Meerschweinparadise geschaffen haben!

Zusätzlich ist ein regelmäßiger Auslauf in Wohnung oder Garten ist wichtig für Abwechslung und Bewegung. Vorher sollte man den entsprechenden Bereich auf Gefahren prüfen und giftige Pflanzen, Kabel, Fluchtwege usw. entsprechend sichern. Man kann auch einen Bereich einzäunen. Im Garten sollte man zusätzlich besonders darauf achten, dass die Tiere vor anderen Tieren wie Katzen/Hunden/Füchsen usw. gesichert sind, sie nicht der prallen Sonne ausgesetzt sind und Rückzugsmöglichkeiten in den Schatten haben.

Auch wenn es in den Geschäften eine vielfältige Auswahl gibt: Kaninchen und Meerschweinchen benötigen kein Körnerfutter! Sie benötigen viel Rohfaser aus zwei Gründen: Der Magendarmtrakt ist darauf angelegt, dass quasi ständig Futter nachgeschoben werden muss, um richtig zu funktionieren. Zweitens wachsen die Zähne ein Leben lang; ohne ständigen Abrieb kommt es zu verheerenden Fehlstellungen. Zudem begünstigen die leicht verfügbaren Kohlenhydrate die Bildung von Hefen im Magendarmtrakt. Grundnahrungsmittel ist also „Grünfutter“ zur freien Verfügung: Heu, Kräuter, frisches Gras, Gemüse und Obst.

Auch hier gibt es einige Stolperfallen: So sollte man z.B. darauf achten, dass sich Kaninchen und Meerschweinchen erst langsam an frisches Gras gewöhnen, wenn es z.B. Frühling in den Garten geht.
Kennen sie den Winter über nur Heu, so kann es beim plötzlichen Grasfressen im Übermaß zu fatalen Fehlgärungen im Magendarmtrakt kommen. Auch blähendes Gemüse wie Kohl usw. sollte gemieden werden. Zuviel zuckerhaltiges Obst begünstigt wiederum das Wachstum von Hefen im Darm. Meerschweinchen müssen ausreichend Vitamin C über die Nahrung aufnehmen, damit es z.B. nicht zu Problemen des Bewegungsapparates kommt. Werden zu viele kalziumhaltige Nahrungsmittel gefüttert, begünstigt das die Bildung von Nieren- und Blasensteinen, usw.
Fragen Sie uns bei Unsicherheiten, ob der Ernährungsplan ihres Lieblings ausgewogen ist!

Fütterung von Kaninchen und Meerschweinchen

Gesundheitsvorsorge

Einen wichtigen Teil der Vorsorge können Sie selbst leisten! Achten sie sorgfältig auf das Verhalten Ihrer Tiere. Sind sie munter oder ziehen sie sich zurück? Ist das Fell schön oder stumpf? Sind die Krallen zu lang? Fressen sie eine normale Menge oder wird zwei Vorteile: Zum einen werden sie gleich auf Gewichtsverluste aufmerksam, zum anderen können Sie das Handling mit Ihrem Tier trainieren.

Halbjährlich bis jährlich sollten Sie mit Ihren Tieren zu einem Gesundheitscheck vorbeischauen. Bei diesem wird ihr Tier von vorne nach hinten durchcheckt. Insbesondere gilt unsere Aufmerksamkeit dabei Augen, Ohren, Zähnen, Lymphknoten, Haut/Fell, Krallen, Bauch und Gewicht. 

Impfungen bei Kaninchen

Impfung bei Kaninchen

Bei Kaninchen wird dieser Gesundheitscheck in jedem Fall 1 x jährlich im Rahmen der notwendigen Impfungen durchgeführt. Hierbei werden Kaninchen gegen die tödlichen Erkrankungen Myxomatose und RHD (rabbit haemorrhagic disease) geschützt.

Auch wenn Ihre Kaninchen ausschließlich in der Wohnung gehalten werden, besteht die Möglichkeit, dass diese Erkrankungen über Vektoren wie z.B. Insekten übertragen werden.

Je nach verwendeten Impfstoff erfolgt zunächst eine ein- oder zweimalige Grundimmunisierung mit einer anschließenden halbjährlichen bis jährlichen Wiederholung.

Krankheiten von Kaninchen und Meerschweinchen

Zahngesundheit

Kaninchen und Meerschweinchen haben sog. elodonte Zähne, d.h., sie wachsen lebenslang nach. Daher ist es wichtig dass ein adäquater Zahnabrieb durch permanente Futteraufnahme gegeben ist. Wie unter dem Punkt Ernährung beschrieben, wird dies durch eine rohfaserreiche (körnerfutterarme) Ernährung erreicht. Ansonsten kann es zu einem fatalen Zahnwachstum- und Fehlstellungen kommen: So können Zähne z.B. in die Maulschleimhaut einwachsen, was massive Entzündungen und Schmerzen verursacht und es zum Einstellen der Nahrungsaufnahme kommt.

Durch die herbeigezüchtete Verkürzung des Kaninchenschädels haben die Zähne oftmals nicht mehr viel Platz und es kann ebenso zu Zahnfehlstellungen und Entzündungen kommen. Als Besitzer bemerkt man dies evtl. durch verschlechterte Nahrungsaufnahme, vermehrtes Speicheln, geschwollenes Gesicht oder entzündete Augen. Klarheit ergibt dann der Tierarztbesuch. Zunächst wird versucht im wachen Zustand das Gebiss inkl. Backenzähne einzusehen. Manchmal ist eine Untersuchung evtl. mit Röntgen des Schädels nötig, um einen vollständigen Befund erheben zu können. Zumeist in Narkose erfolgt auch die Behandlung der erkrankten Maulhöhle, was je nach Befund Korrektur der Zahnflächen, Zahnextraktionen und Versorgung der Wunden bzw. Abszesse bedeutet.

Verdauungsprobleme

Der Magendarmtrakt von Kaninchen und Meerschweinchen ist sensibel und es können sich verschiedene Arten von Verdauungsproblemen manifestieren. Im Vergleich zu beispielsweise Hund und Katze hat er nur eine dünne Muskulatur, die den Futterbrei kaum selbstständig vorantreiben kann (Peristaltik). Nur durch permanente rohfaserreiche Ernährung, wird der Nahrungsbrei durch dem Magendarmtrakt geschoben. Wenn ein Tier – aus was für Gründen auch immer – schlecht oder nicht frisst, kann der Futterbrei nicht vorangeschoben werden und es kommt zu sog. Fehlgärungen. Der Magen und/oder Darm bläht sich auf, was den Tieren hochgradige Schmerzen bereitet. Im weiteren Verlauf kann der Darm auch absterben, Bakterien und Giftstoffe passieren die Darmschranke und das Tier kann versterben.

Daher ist es wichtig, dass bei gestörter Nahrungsaufnahme schnellst möglich ein Tierarzt aufgesucht wird, um eine zeitnahe Behandlung zu ermöglichen. Manchmal kann es auch durch eine übermäßige Fütterung von zuckerreichem Futter zu Fehlgärungen durch Hefen kommen. Einige Tiere bekommen wiederum in der Zeit des Fellwechsels Probleme mit der Verdauung durch Haarballen. Durch den verstärkten Fellausfall wird beim Putzen mehr Haare aufgenommen, die den Magendarmtrakt verstopfen können. Manchmal werden richtige „Haarsteine“ (Bezoare) gebildet, die – je nach Fall – operativ entfernt werden müssen. Auch vor Darmparasiten sind unsere kleinen Mitbewohner nicht gefeit, selbst wenn sie nur im Haus gehalten werden. Daher ist es bei Verdauungsproblemen wichtig, den Kot zu untersuchen.

Madenbefall

Wenn Kaninchen oder Meerschweinchen im Bereich der Anogenitalregion aufgrund von z.B. Durchfall oder Urinabsatzproblemen stark verschmutzt sind, ist es wichtig sie regelmäßig zu waschen und trocken zu halten. Ansonsten kann es v.a. bei wärmeren Temperaturen zu einem Befall von Fliegenmaden kommen. Auch offene Wunden sind für Fliegen eine Einladung Eier abzulegen. Die Eier werden ins Fell abgelegt und die Maden schlüpfen. Diese können durch Muskulatur und Bindegewebe bis in die Bauchhöhle eindringen. Je nach Ausprägung solch eines Befalls, können manche Tiere nur noch eingeschläfert werden. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle das A und O.

Hauterkrankungen

Kaninchen und Meerschweinchen können wie Hunde und Katzen auch an einer ganzen Palette von Hauterkrankungen leiden: Vom Pilzbefall über Parasiten wie Milben bis hin zu einer hormonellen Erkrankung. Als Besitzer bemerken sie evtl. Fellverlust, übermäßige Schuppen, Juckreiz oder gar Hautwunden. Bemerken Sie solche Veränderungen, sollten Sie für eine gezielte Therapie umgehend den Tierarzt aufsuchen. Manche Erkrankungen sind auch auf den Menschen übertragbar. Oftmals machen auch die Fußsohlen Probleme. Bei einer sog. „Pododermatitis“ entzünden sich die Pfotenunterseiten bis hin zu heftigen Abszessen. Diese sind leider oftmals schwer und langwierig in der Behandlung. Zu Vermeidung solch einer Entzündung, sollten Sie auf verschiedene Dinge achten: Eine weiche/dick gepolsterte Einstreu des Käfigs, Vermeidung von Übergewicht und eine korrekte Krallenlänge, da ein zu hohes Gewicht oder zu lange Krallen führen zu einer Überlastung der Ballen führt.