Senior Hund und Katze: Tipps für den Alltag

Alter ist keine Krankheit, doch man muss sich auf die Veränderungen einstellen und wie bei hochbetagten Menschen Verständnis und Geduld aufbringen. Gleichzeitig sollten Sie achtsam sein und Beschwerden nicht vorschnell als Altersleiden einstufen, da sonst übersehen werden kann, dass das Tier starke Schmerzen hat, die gelindert werden könnten. Ganz wichtig ist daher der regelmäßige Besuch in Ihrer Praxis oder Klinik. Dort kann das Team den Gesundheitszustand Ihres Tieres genau beurteilen und weiß, was bei beginnender Demenz, Schmerzen und anderen altersbedingten Problemen zu tun ist.

Mit zunehmendem Alter treten bei Hunden und Katzen verschiedene gesundheitliche Veränderungen auf. Dazu zählen Beeinträchtigungen der Sinnesorgane, eine allgemeine Schwächung der Muskulatur und des Bindegewebes, Abnutzungserscheinungen der Knochen und Gelenke, ein verminderter Stoffwechsel sowie eine Schwächung des Immunsystems.

Auch Verhaltensveränderungen können auftreten, zum Beispiel Rastlosigkeit oder ein extremes Ruhebedürfnis, vermehrtes Schlafen, Appetitlosigkeit, ein verminderter Spieltrieb, Verwirrtheit durch Orientierungslosigkeit, Vergesslichkeit, Kälteempfindlichkeit oder scheinbar unmotivierte Lautäußerungen.

Bei Katzen beginnen altersbedingte Verhaltensveränderungen etwa ab dem elften Lebensjahr. Da Katzen Schmerzen und Krankheiten nach außen oft kaum zeigen, ist es besonders wichtig, das Tier aufmerksam zu beobachten.

Alte Tiere werden häufiger inkontinent und können Urin oder Kot nicht mehr halten. Spezielle Windeln für Hunde können hier sehr hilfreich sein. Auch Medikamente zur Aktivierung des Blasenschließmuskels können unterstützend wirken.

Im hohen Alter leiden Tiere nicht selten an einer Form von Demenz. Katzen vergessen dann beispielsweise den Standort der Katzentoilette, während alte Hunde es nicht mehr rechtzeitig nach draußen schaffen. Ältere Freigängerkatzen haben zudem manchmal nicht mehr die Kraft, sich im Revier zu behaupten, und kommen mit Verletzungen nach Hause. Daher sollte das Tier regelmäßig auf Wunden kontrolliert werden.

Alte Hunde sollten möglichst mindestens zweimal täglich gefüttert werden, da die Verdauung mehrerer kleiner Mahlzeiten leichter fällt. Ihr Tierarzt kann Sie gegebenenfalls zu einem speziellen, energiereduzierten Seniorenfutter beraten.

Auch Zahn- und Zahnfleischprobleme treten im Alter häufiger auf. Regelmäßige Kontrollen und das Entfernen von Zahnstein durch den Tierarzt sind sehr wichtig, da sich bei Entzündungen Bakterien über die Blutbahn ausbreiten und andere Organe schädigen können.

In jedem Fall gilt: Das alte Haustier ist eine Persönlichkeit, die nach einem langen Leben unsere besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge verdient.

© by Presse Punkt, Anke Blum