Tularämie bei Hunden und Katzen / Hasenpest

Den Kontakt mit toten Hasen, Wildkaninchen, aber auch Ratten, Mäusen oder Eichhörnchen im Feld oder am Wegesrand sollten Spaziergänger meiden. Das gilt auch für Hunde und Katzen. Immer wieder gibt es Fälle der Hasen- oder Nagerpest (Tularämie), eine bakterielle Erkrankung, die zu den meldepflichtigen Tierseuchen gehört. Insgesamt stuft das Labor für klinische Diagnostik „Laboklin“ die Erkrankung bei Hunden und Katzen als „selten“ ein. Dennoch gibt es immer wieder Wellen von steigenden Zahlen der Hasenpest. Brisant ist die Tularämie, weil sie hochansteckend ist, tödlich enden kann und zu den Zoonosen gehört, also von infizierten Wildtieren auf den Menschen übertragbar ist.

Eine Ansteckung kann nicht nur direkt am toten Tier im Feld erfolgen, also über Fleisch, infiziertes Blut oder Kot. Der Vierbeiner muss das tote Tier nicht unbedingt fressen; schon der Kontakt mit dem kranken Wildtier kann ausreichen. Über kleine Risse in der Haut kann der Erreger bei Hund oder Mensch eindringen. Haustiere und Menschen können sich außerdem über Zeckenbisse oder durch Mücken, Flöhe, Läuse oder Milben anstecken. Hier schützen abweisende Parasitenblocker wie Spot-on-Präparate, Kautabletten oder Anti-Parasiten-Halsbänder. Auch das Schlabbern an Pfützen im Wald, was manche Hunde gerne tun, birgt neben anderen Krankheitserregern ein Tularämie-Risiko.

Möglich ist zudem eine Übertragung durch Einatmen von kontaminiertem, aufgewirbeltem Staub, Heu oder Erde. Hauptgruppen der Gefährdeten sind Jägerinnen und Jagdhunde sowie Metzgerinnen, die mit rohem Wildfleisch in Kontakt kommen. Dennoch sollte jeder Hundehalter über die mögliche Ansteckung Bescheid wissen.

Der Haupterreger ist das Bakterium Francisella tularensis. Es hält sich gut bei Kälte, ist wärmeempfindlich und wird durch Desinfektionsmittel zerstört. Nager wirken meist apathisch und zeigen wenig Fluchtverhalten. Hunde und Katzen haben Fieber, wenig Appetit, vergrößerte Lymphknoten und wirken schlapp. Auf Zunge und im Rachen können Hautveränderungen (Läsionen) auftreten. Beim Menschen ähneln die Symptome grippeartigen Beschwerden.

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© by Presse Punkt, Anke Blum