Meerschweinchen sind wahre Magier, wenn es darum geht, schwere Erkrankungen zu verschleiern. In freier Wildbahn hilft ihnen dieses Verhalten, nicht sofort von ihren Feinden als Opfer ausgespäht zu werden.
In der Kleintierhaltung kann dieses Verhalten jedoch Probleme bereiten. Für Besitzer von Meerschweinchen und anderen Kleintieren wie Kaninchen ist es oft schwer zu erkennen, ob es den Tieren tatsächlich gut geht. Aus tierärztlicher Sicht lässt sich das Wohlbefinden eines Meerschweinchens anhand mehrerer objektiver und verhaltensbezogener Kriterien erkennen.
Gesunde Tiere zeigen zunächst ein aufmerksames, lebhaftes Verhalten. Sie reagieren auf Umweltreize, erkunden ihre Umgebung und zeigen arttypische Aktivität, insbesondere in den Dämmerungszeiten. Auch soziale Interaktionen wie gegenseitiges Putzen oder ruhiges Beisammensitzen gelten als positive Zeichen.
Ein zentrales Kriterium ist das Fress- und Trinkverhalten. Meerschweinchen müssen als Dauerfresser kontinuierlich Nahrung aufnehmen. Tierärztliche Fachliteratur betont, dass ein guter Appetit, regelmäßige Kotabgabe und eine stabile Körpermasse klare Hinweise auf Gesundheit sind. Der Kot sollte gleichmäßig geformt, trocken und zahlreich sein. Veränderungen gelten als frühe Krankheitsanzeichen.
Auch der körperliche Zustand liefert wichtige Hinweise: Ein gesundes Tier hat klare, glänzende Augen ohne Ausfluss, eine trockene Nase und saubere Ohren. Das Fell ist dicht, glatt und frei von kahlen Stellen oder Schuppen. Die Haut darunter ist elastisch und unverletzt. Gut gepflegte Krallen und eine saubere Analregion sind ebenfalls wichtig.
Da die Tiere lebenslang wachsende Zähne haben, weisen problemloses Fressen, normales Nagen und fehlender Speichelfluss auf einen physiologischen Zahnabrieb hin. Fehlstellungen führen häufig zu Futterverweigerung und Gewichtsverlust.
Schließlich ist die Körperhaltung ein wichtiger Indikator: Gesunde Tiere sitzen entspannt, bewegen sich gleichmäßig und zeigen keine Schonhaltungen oder Atemgeräusche. Zusammenfassend gilt aus tierärztlicher Sicht: Regelmäßige Beobachtung, Gewichtskontrollen und jährliche Vorsorgeuntersuchungen sind entscheidend, um sicherzustellen, dass es dem Tier dauerhaft gut geht.
Tipps für die Meerschweinchenhaltung – die ersten Tage daheim.
© by Presse Punkt, Anke Blum