Kaninchen: Wie sie sich am besten vertragen

Kaninchen sind soziale Tiere, die in der Natur in Gruppen leben und Geselligkeit lieben. Es ist darum Tierquälerei, die drolligen Langohren alleine zu halten. Entgegen früherer Ansicht ist ein Meerschweinchen jedoch kein geeigneter Sozialpartner. Denn die Tiere gehören völlig unterschiedlichen Tiergruppen an. Die Unterschiede in der Kommunikation sind groß, so dass eine richtige Verständigung nicht möglich ist. Die Tierärztekammer rät: „Es sollten immer mindestens zwei Kaninchen zusammen gehalten werden.“

Tipps für das glückliche Zusammenleben:

  • Beim Zusammenführen braucht man Geduld, denn selten verstehen sich zwei fremde Tiere auf Anhieb! Vom „ersten Kennenlernen“ bis zum Beziehen eines gemeinsamen Heimes können schon mal einige Wochen vergehen – Zeit, die man den Tieren geben sollte.
  • Am besten ist es, wenn man gleich zwei Kaninchen zusammen anschafft – entweder Wurfgeschwister vom Züchter oder aus dem Tierheim, denn dort werden sie oft im Doppelpack abgegeben und kennen sich gut.
  • Grundsätzlich verstehen sich Pärchen am besten. Um Nachwuchs zu vermeiden, muss der Rammler auf jeden Fall kastriert werden. Aber Achtung: Er ist manchmal noch bis zu sechs Wochen nach der Kastration zeugungsfähig, deshalb sollte man diese Karenzzeit einhalten, bevor man die Tiere zusammenlässt. Es empfiehlt sich auch die Kastration des Weibchens.
  • Zwei männliche Geschwister vertragen sich nur bis zur Geschlechtsreife, danach kommt es häufiger zu Beißereien. Will man zwei Brüder zusammen halten, sollte man die Tiere ab der 12. Lebenswoche kastrieren lassen. Befragen Sie hierzu Ihren Tierarzt. Die Vergesellschaftung zweier Weibchen ist schwieriger, die Tiere sollten ebenfalls kastriert werden, da sie ein ausgeprägtes Revierverhalten haben und es zu Aggressionen kommen kann.
  • Die größten Chancen, dass die Tiere sich vertragen, bestehen dann, wenn sie sich auf neutralem Boden, den keiner von beiden als sein Revier betrachten kann, kennen lernen. Dort können sie sich beschnuppern und langsam aneinander gewöhnen. Die Tiere müssen aber unbedingt Platz zum Ausweichen haben, denn es kann zu Rangordnungskämpfen kommen, die – wenn sie zu heftig werden – mit einer Wasserspritze oder schnell dazwischen geschobenen Karton o. ä. unterbrochen werden sollten. Empfehlenswert für die erste Zeit sind auch ein Trenngitter oder zwei aneinandergestellte Käfige.
  • Die gemeinsame Zeit sollte anfangs nicht länger als 20 Minuten dauern und langsam gesteigert werden. Wenn die Tiere mit der Zeit immer näher beieinander liegen und sich sogar gegenseitig ablecken, ist das „Eis gebrochen“. 

Text-Quelle: www.bundestieraerztekammer.de

© by Presse Punkt, Anke Blum