Wie Schildkröten gut überwintern

Langsam verabschiedet sich der Sommer, die Temperaturen sinken – bereits jetzt ist es an der Zeit, dass sich Freunde von Landschildkröten über die richtige Überwinterung für ihre Tiere informieren. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt – ein allgemeiner Rundumcheck inkl. Kotuntersuchung ist ratsam.

Die Winterruhe ist für die Gesundheit der Landschildkröte von großer Bedeutung: Sie hat Einfluss auf den Hormonhaushalt und das Immunsystem und verhindert, dass Jungschildkröten zu schnell wachsen.

Wenn es kälter wird, sinkt die Körpertemperatur des Reptils. Stoffwechselfunktionen, Herzschlag und Atemfrequenz werden auf ein Minimum gedrosselt, informiert die Bundetierärztekammer. In der Regel dauert diese Ruhephase drei bis fünf Monate, bei Tieren im ersten Lebensjahr genügt oft eine verkürzte Winterruhe von sechs bis acht Wochen.

Damit die Schildkröte diese Zeit gut übersteht, hier einige Tipps: Ist das Tier gesund, bei Terrarienhaltung Licht und Temperatur schrittweise über ca. drei Wochen reduzieren und Fütterung einstellen; Trinkwasser kann weiterhin angeboten werden. Bäder in lauwarmem Wasser sind zur Entleerung des Darms ratsam. Wenn die Aktivität der Schildkröte weiter abnimmt, sollte sie in einer Überwinterungskiste (z.B. Kunststoffbox) untergebracht werden; diese muss so groß sein, dass sich das Tier vollständig eingraben kann (etwa das Vierfache der Panzerfläche). Füllen Sie die Kiste mit einer Erdschicht, auf die ein Gemisch aus Buchenlaub und Moos gehäuft wird; auch Torfmoos hat sich bewährt, denn es hält die Feuchtigkeit sehr gut.

Sorgen Sie unbedingt für gute Durchlüftung, sonst kann es zu Schimmelbefall kommen. Stellen Sie die Überwinterungskiste an einen möglichst dunklen Ort, die Temperatur muss bei konstanten 4-6 Grad Celsius liegen. Die Überwinterung im – aus hygienischen Gründen separaten – Kühlschrank ist die beste und sicherste Methode. Die Temperatur lässt sich exakt einstellen und mit einem elektronischen Thermometer gut überprüfen. Durch ein- bis zweimaliges Öffnen der Kühlschranktür pro Woche ist außerdem für eine ausreichende Sauerstoffzufuhr gesorgt.

Etwa alle vier Wochen sollte das Tier herausgenommen, gewogen und kontrolliert werden. Insgesamt darf es nicht mehr als zehn Prozent seines Körpergewichts verlieren. Achtung: Rote Verfärbung am Bauchpanzer sind ein Alarmzeichen – sofort den Tierarzt aufsuchen! Wenn es draußen wieder wärmer wird, kann die Temperatur über einige Tage langsam angehoben werden.

Textquelle: www.bundestieraerztekammer.de

© by Presse Punkt, Anke Blum